WeichZwei für Weichenantrieb / Zentrale ECoS 2

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kupferzell
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WeichZwei für Weichenantrieb / Zentrale ECoS 2

Beitrag von kupferzell » So 21. Jun 2020, 13:43

Hallo Modellbahn- und Elektronik-Kollegen,

bin neu hier im Forum und mache gerade meine ersten Gehversuche (richtiger wäre: Stolperer) mit den Weich2-Decodern. Ich betreibe meine kleine Mä-C-Gleis-Anlage mit WDP (Software) und einer ECoS 2 als Digi-Zentrale. Habe bisher bei den Weichen die Antriebe 74790/74491 und Viessmann 5211 MA-Decoder im Einsatz, würde aber gern On-Board-Decoder verwenden und hatte dafür die Weich2-Decoder ins Auge gefasst. Hab mir also ein paar als DCC-Versionen angeschafft, scheitere aber schon daran, die Dinger zuverlässig in den Programmier-Modus zu bringen. An der ECoS benutze ich die Hauptgleis-Programmierung in der Einstellung 'Schaltartikel' (Programmiergleis-Ausgang erscheint mit 1A zu schwach oder liege ich da falsch? - jedenfalls habe ich nach einem Fehlversuch bisher noch keinen weiteren am Programmiergleis gemacht).

Wenn ich den Decoder mit Digitalstrom versorge und den Programmiertaster betätige, tut sich - nichts. Das beschriebene Toggeln findet nicht statt. Auch wenn ich die Weiche in der ECoS komplett neu (mit Protokoll DCC) anlege und ihr eine bisher unbenutzte Adresse gebe, gelang es mir nur 1x, den Decoder in den Programmiermodus zu bringen (er toggelte genau einmal, aber nicht wiederholend), und die Adresse zu erlernen. An den ersten Weich2-Decoder habe ich dann eine Micro-Glühbirne angeschlossen - und beim Einschalten ging die Zentrale in Kurzschluss und der Treiberbaustein (ULN ...) ist geplatzt...

Folgende Fragen hätte ich:
- muss man den Programmiertaster ggf. mehrfach betätigen, wenn der Decoder nicht in den Programmier-Modus geht?
- gibt es andere Einflüsse, die das Umschalten in den Programmier-Modus behindern/verhindern?
- muss das Hauptgleis etwa leergeräumt werden, damit der Programmiervorgang stattfindet? Oder geht es mit dem Programmiergleis doch?
- kann ich den Decoder unabhängig von der ECoS testen? Externe Spannungsversorgung mit einem DC-Netzgerät möglich? Spannung 15 V o.k.?
- ich habe auch noch eine MS 2 (60657) - soll bzw. kann ich die zum Anlernen des Decoders (habe mal etwas von einer speziellen Firmwareversion gelesen) verwenden?

Wie Ihr seht: ich fische im Trüben und bin daher dankbar für jede hilfreiche Antwort!

Schon einmal vielen herzlichen Dank im voraus
Rüdiger

est2fe
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Re: WeichZwei für Weichenantrieb / Zentrale ECoS 2

Beitrag von est2fe » Mo 22. Jun 2020, 16:55

Hallo Rüdiger,

Erstens:
Wenn der ULN geplatzt ist, hat es mit Sicherhit auch die Sicherung erwischt.
Eventuell hat der Gleichrichter auch was abbekommen.

Zweitens:
Also alles überprüfen und den ULN austauschen.

Drittens:
Ein C-Gleis-Antrieb zieht ungefähr 1A für die Zeit von ca. 30ms.
Dann hat er umgeschaltet und in der Regel schalten dann die Endschalter
den Strom für die Spule ab. Der ULN kann das beim WeichEi/Zwei also ab
ohne dass es für ihn zu viel werden würde.

Man kann prinzipiell jede DCC-Digitalzentrale zum Anlernen nehmen.

Der Dekoder muss aber nach Drücken des Programiertasters toggeln!
Dabei darauf achten, dass die Weiche wirklich korrekt angeschlossen ist!
Wenn im PIC ein Weichen-Programm drin ist, toggelt der in der Regel dann
auch und wartet während des Toggelns auf irgend ein Weichenkommando,
das er dann als gültige Adresse für die Weiche übernimmt! Danach beim
WeichEi noch die 2. Adresse für das Licht, oder ein erneuter Druck auf den
Taster um die Lichtadressenprogrammiereung zu überspringen. Fertig.

Gruß est2fe

kupferzell
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Zwischenbericht - WeichZwei für Weichenantrieb / Zentrale ECoS 2

Beitrag von kupferzell » Di 23. Jun 2020, 09:10

Hallo est2fe,

erst einmal vielen herzlichen Dank für Deine Hinweise! Und einen kurzen Zwischenbericht meinerseits:

ad 1: die Sicherung ist (natürlich) durchgebrannt, die Dioden des Brückengleichrichters scheinen es überlegt zu haben.
ad 2: bevor ich mich an den Austausch des ULN mache: erst nochmal die blöde Frage, ob ich (ggf. nach Entfernen des ULN) die Platine quasi als Weich1 weiterverwenden kann oder ob das aufgrund unterschiedlicher Firmware nicht geht
ad 3: ich habe sowohl 1 (brandneuen) Weichenantrieb mit und 1 ohne Endschalter ausprobiert (letzteren 'kastriert' wg. der kurzen Lebensdauer der mä 74490/491) und bisher in keinem Fall ein Toggeln gesehen - da ist also noch was anderes faul. An der Spannungsversorgung aus dem C-Gleis kann es m.E. auch nicht liegen: an das vorstehende Anschlusspad (das in der Fluchtlinie von Taster und Ausgang 1 liegt) habe ich den Mittelleiter, an das andere die Außenschiene angeschlossen. Das müsste also richtig sein. Und der Stempel auf dem PIC ist so schwach, den kann ich bisher nicht entziffern.

Viele Grüße, Rüdiger

est2fe
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Re: WeichZwei für Weichenantrieb / Zentrale ECoS 2

Beitrag von est2fe » Di 23. Jun 2020, 13:21

Hallo Rüdiger,
ad 2: bevor ich mich an den Austausch des ULN mache: erst nochmal die blöde Frage, ob ich (ggf. nach Entfernen des ULN) die Platine quasi als Weich1 weiterverwenden kann oder ob das aufgrund unterschiedlicher Firmware nicht geht
nein, das geht (vermutlich) nicht, weil bei WeichEi/Zwei immer mehrere Ausgänge parallel geschaltet worden sind, wegen des max. Stromes, diese aber zwischen Ei/Zwei unterschiedlich sind. Vermutlich geht nur eine Richtung der Weiche und die andere Richtung liegt auf einem anderen Ausgang, den der 2. ULN bedient, bin mir da aber jetzt nicht ganz sicher.
an das vorstehende Anschlusspad (das in der Fluchtlinie von Taster und Ausgang 1 liegt) habe ich den Mittelleiter, an das andere die Außenschiene angeschlossen.
hm, das verstehe ich jetzt nicht. Für mich hört sich das so an, wie wenn du die Digitalspannung am Weichen-"Ausgang" angeschlossen hättest. Das würde auch erklären, warum es den ULN genommen hat.
Es könnte jedoch sein, dass die eine Weiche von dem ULN, der noch gut ist, mit der WeichZwei-SW trotzdem noch geht.

Hier die Anschlussbilder, bei denen man eigentlich nichts falsch machen kann:
WeichEi (etwas runterscrollen ...)
https://www.digital-bahn.de/bau_weiche/we_weiche.htm
WeichZwei:
https://www.digital-bahn.de/bau_weiche/wz_weiche.htm

Zum Pic und dessen Platzierung:
https://www.digital-bahn.de/bau_weiche/we_weiche.htm (Zur Vergrößerung hier auf das Bild im Shop klicken)

Das Gehäuse hat an einer Seite eine Phase (auf der längeren Seite) und diese Phase ist auf der Platinenkante abgewandten Seite, also innen.
Damit ist es egal, ob man den Aufdruck lesen kann oder nicht.

Bei eingeschalteter Digitalspannung einfach mal mit einem Multimeter die Spannungen messen.
Die Spannungen an dem 7805 und am PIC (jeweils Pin 1) sollten gegenüber dem Minusanschluss des Gleichrichters ungefähr 5V betragen.
Ist das der Fall, und der PIC programmiert, dann läuft in der Regel auch das PIC-Programm!

Gruß est2fe

kupferzell
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Re: WeichZwei für Weichenantrieb / Zentrale ECoS 2

Beitrag von kupferzell » Di 23. Jun 2020, 17:04

Hallo est2fe,

habe Deine hilfreiche Reaktion auf meine Antwort leider erst gerade gesehen, deshalb auch meine verzögerte Antwort.
Ich glaube, ich muss mir als erstes beim Thema der Spannungsversorgung Klarheit verschaffen, denn meiner Meinung nach kann da durchaus ein Missverständnis passieren:

zum einen haben wir die Kabelfarben auf dem Bild rot bzw. schwarz: in der mä-Nomenklatur wäre rot dem Mittelleiter und braun/schwarz der Außenschiene zugeordnet (ist doch richtig?)

zum anderen sind auf der Platine die Kennzeichnungen 'B' und '0' eingeätzt - B doch für Bahnstrom und 0 für Masse.

Und da ich einen Widerspruch zwischen diesen beiden Kennzeichnungen zu erkennen glaubte, habe ich mich am B bzw. der 0 orientiert. Und drum habe ich bei B die Verbindung zum Mittelleiter und bei 0 die zur Außenschiene angelötet. Das macht nach meiner bescheidenen Meinung auch deshalb Sinn, weil die Kontaktzungen im C-Gleis in der Längsrichtung (Gleisrichtung) etwas versetzt sind, und sie nur so direkt an die Zungen gelötet werden könnten (bestückte Platinenseite weist im Schienenbett nach oben).

Wenn mir also bei diesem Thema ein Fehler unterlaufen ist, dann geht alles wieder auf 'Anfang'!

Habe vielen Dank für Deine Hilfe und Deine Geduld und Bemühungen!
LG, Rüdiger

est2fe
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Re: WeichZwei für Weichenantrieb / Zentrale ECoS 2

Beitrag von est2fe » Di 23. Jun 2020, 19:12

Hallo Rüdiger,

ok, soweit ist alles ok. Die Polung der Digitalspannung macht nach meinem Kenntnisstand in diesem Fall nichts aus und ist wirklich egal.
Die Bauteileseite der Platine sollte aber nach unten zeigen, also weg vom Mittelleiter des Gleises, so dass beim Einbau kein Bauteil mit dem Mittelleiter in Verbindung kommen kann. Das ist dann soweit ok.
Siehe das erste Bild hier:
https://www.digital-bahn.de/bau_weiche/we_weiche.htm

Bevor du jetzt aber die nächste Sicherung auch zerschiesst, klemme einfach mal über die kaputte Sicherung einen Widerstand mit ca. 1kOhm drüber, dann kann dir die Sicherung schon mal nicht kaputt gehen, wenn du beginnst, weitere fehlerhaften Bauteile zu suchen und die Spannungen am 5V-Regler und PIC zu messen. Da alle Bauteile im Betrieb beim WeichEi ca. 4mA ziehen (WeichZwei ist "etwas" weniger), fallen dann über dem Widerstand ca. 4V ab. Sollten diese Spannungen ok sein und über dem Widerstand der Sicherung kaum eine Spannung (3-5V sind ok) abfallen, dann kannst du deine (neue) Sicherung einlöten. Fallen aber 12 oder mehr Volt über dem Widerstand ab, sollte man zuerst mal schauen, was noch alles kaputt gegangen ist. Ist alles ok, kannst du an den Pins 1 vom 5V-Regler und vom PIC jeweils 5V gegen Minus vom Gleichrichter messen. Für diesen Spannungs-Test kannst du auch ein Labornetzteil mit 15-18V DC hernehmen und das an B und 0 anschliessen. Die Polung ist für diesen Fall egal. Das geht dafür auch. Das alles zum Testen mit dem 1k Widerstand über der Sicherung, damit beim eventuellen Abrutschen der Testspitzen nichts kaputt gehen kann.

Gruß est2fe

kupferzell
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Re: WeichZwei für Weichenantrieb / Zentrale ECoS 2

Beitrag von kupferzell » Mi 24. Jun 2020, 07:20

Hallo est2fe,

meinen herzlichsten Dank für Deine Erläuterung zur Schaltung, die Messanleitung und auch Deine Vorschläge zum weiteren Vorgehen! Somit ist mir der 'Fahrplan' vom Grundaufbau klar! Ich habe aber in der Zwischenzeit noch Versuche mit 2 anderen Weichendecodern gemacht, und die funktionieren Stand gestern auch nicht so, wie ich es erwartet habe.

Heißt für mich, dass sich da noch ein anderes Problem dahinter verbirgt. Vorher hatte ja alles funktioniert, und auch jetzt reagieren andere Weichen ja auch wie sie sollen. Erst wenn diese andere Ursache gefunden und korrigiert ist, macht es Sinn, mich wieder mit dem WeichZwei zu beschäftigen. Und sollte ich dabei dann noch Verständnisprobleme o.ä. habe, werde ich mich wieder in diesem Forum melden.

Ich bin überzeugt, dass nach den gestrigen Erkenntnissen diese Vorgehensweise am sinnvollsten ist, und werde mich erst dann wieder melden, wenn weiterer Klärungsbedarf aufkommt! Jedenfalls habe ich mit diesem Forum ausgesprochen gute Erfahrungen gemacht und kann es nur empfehlen!

Viele Grüße, Rüdiger

kupferzell
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Re: WeichZwei für Weichenantrieb / Zentrale ECoS 2

Beitrag von kupferzell » Mo 29. Jun 2020, 13:38

Hallo est2fe,
hallo alle anderen Mitleser,

nachdem ich meine noch nicht verbauten mä-Weichenantriebe und auch Viessmann 5211-Decoder gründlich ausgetestet (und fehlerhafte aussortiert hatte) und auch einen Bedienfehler meinerseits identifiziert hatte, bin ich am Wochenende nochmals in die Weich2-Decoderwelt eingestiegen.
Da ich noch 2 frische Exemplare im Fundus hatte, habe ich den ersten davon auch in den Programmiermodus gebracht - die Weiche bewegt sich aber nur in eine Richtung, in die andere dagegen nicht. Selbst dann nicht, als der Antrieb aus der Weiche entnommen und offline getestet wurde.
Nachdem ich dann den gleichen Antrieb sowohl offline als auch eingebaut mit dem Viessmann-Decoder angesteuert habe, funktionierte alles wie es sein soll.

Ich habe daraufhin meine Versuche mit dem Weich2-Decoder eingestellt, den Viessmann-Decoder aus dem Gleisstrom versorgt und das Ergebnis stellt mich zufrieden. Mein Test mit dem mä-Einbaudecoder 74462 funktionierte ebenfalls auf Anhieb.

Ich habe also trotz Deiner hervorragenden Unterstützung leider kein Erfolgserlebnis gehabt und den Beiträgen im Forum nach zu urteilen, bin ich da klar in der Minderheit - aber manchmal gehen solche Tests unterm Strich auch negativ aus.

Nochmals herzlichen Dank, viele Grüße und weiterhin viel Erfolg mit unserem Hobby
Rüdiger

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Re: WeichZwei für Weichenantrieb / Zentrale ECoS 2

Beitrag von Sven » Fr 3. Jul 2020, 17:48

Hallo,

als Ergänzung:

wenn die Weiche beim "Lernen" nicht toggelt, sondern nur (einmalig) in eine Richtung umschaltet, dann ist vermutlich (wenn der Anschluss der Weiche korrekt ist und der Antrieb auch OK ist) gar keine WeichZwei Software am arbeiten, sondern z.B. eine Signal Software.

Sven


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